Wespen und Hornissen

In den Sommermonaten wird bei der Feuerwehr immer wieder bei Problemen mit Wespennestern nachgefragt. An dieser Stelle erhalten Sie daher einige allgemeine Informationen für den Umgang mit Wespen und Hornissen.

Wie leben Wespen und Hornissen?

Wespenvölker leben nur einen Sommer. Lediglich die im Herbst begatteten Königinnen überwintern in engen Ritzen. Im April oder Mai suchen die Königinnen einen Platz zum Nestbau. Sie legen dann ihre Eier in Waben ab. Nach dem Schlüpfen der Arbeiterinnen übernehmen diese den Nestbau, die Futtersuche, die Pflege der Larven und auch die Bewachung des Nestes. Die Königin legt weiter Eier. Im August schlüpfen die Männchen (Drohnen) und die Jungköniginnen, die dann das Nest verlassen und sich paaren. Die alte Königin stirbt. Der erste Frost im Herbst beendet das übrige Leben im Nest.

Wespen sind Raubtiere. Sie fangen lebende Insekten oder verzehren Aas. Daneben fressen sie Fallobst, Honigtau und Baumsäfte. Nektar können sie nur beschränkt aufnehmen. Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe wagen sich an den Kaffeetisch der Menschen, da nur sie süße Speisen und Getränke mögen. Alle anderen Wespenarten und auch Hornissen sind hier nicht zu finden.

Das Nest der Wespen besteht aus einem papierähnlichen Stoff. Die Wespen schaben Holz von Pfosten, morschen Bäumen oder Brettern und vermengen es mit Ihrem Speichel. Die Masse erstarrt zu einem hornartigen Stoff. Das Material ist sehr leicht und haltbar.




Muss ein Wespennest in jedem Fall beseitigt werden?

Das Wespennest muss nicht in jedem Fall beseitigt werden. Hier einige Gründe, das Nest an seinem Platz zu belassen.

Wespenvölker leben nur einen Sommer. Nur die im Herbst begatteten Königinnen überwintern, der Rest des Volkes überlebt nicht. Spätestens im September/Oktober wird das Nest aufgegeben. Ein Nest wird niemals zweimal bevölkert. Es wird sogar gemieden. Das alte Nest sollte daher nicht beseitigt werden, dann hat man in der Regel im nächsten Jahr Ruhe.

Wespen und Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Bienenstiche.

Wespen und Hornissen reagieren nur aggressiv, wenn sich die Menschen ihrem Nest nähern (ab etwa 4 Meter). Ansonsten sind sie harmlos.

Die meisten Wespenarten stehen unter Naturschutz, siehe auch die Übersicht über die einheimischen Wespenarten.

Hornissen und Wespen fressen andere Insekten und Schädlinge, vor allem Fliegen. Das können pro Tag und Volk schon einmal bis zu 3000 Tiere sein. Daneben bestäuben Wespen Blüten.

Besteht allerdings eine Gefahr durch das Nest, beispielsweise durch Wespen- oder Hornissenstichallergie, Gefahren für Kinder etc. kann eine Beseitigung des Nestes notwendig werden.

Was nicht hilft: Verschließen des Nesteinganges (die Tiere verschaffen sich neue Nesteingänge, ggfs. durch die Wohnung; die heimkehrenden Arbeiterinnen versammeln sich vor dem verschlossenen Nesteingang; zeigen gesteigerte Aggressivität).

Stichpunkte zur Abwehr naschhafter Wespen

Die folgenden einfachen Maßnahmen erschweren den Wespen das Naschen und tragen dazu bei, schmerzhafte Begegnungen zu vermeiden:

Süsse Speisen und Getränke nicht unbedeckt im Freien stehen lassen. Besonders begehrte Lebensmittel, z.B. in Konditoreien oder Obstgeschäften, durch Gazenetze oder Plexiglashauben schützen.

Nicht aus offenen Flaschen oder Dosen trinken, Strohhalme benutzen.

Reste von Süssigkeiten aus dem Mundbereich von Kindern abwischen.

Wo Fallobst am Boden liegt, nicht barfuss laufen.

Abfallbehälter, insbesondere in Parks, auf Spielplätzen und Schulhöfen verschlossen halten.

Wespen den Zugang zu Innenräumen durch geeignete Vorhänge versperren.

Übersicht der einheimischen Wespenarten

Bericht des WDR 2003 zum Ratgeber